19.04.2010: "Auch wenn uns das Würzhaus auf seiner Internetseite bei der Zurschaustellung der mittlerweile eingeheimsten Auszeichnungen konsequent ignoriert, waren jedoch wir der erste überregional erscheinende Guide hierzulande, der dieses moderne Gasthaus mit einladend lockerer, unkomplizierter Atmosphäre empfohlen hat, als es fast noch ein Geheimtipp war.
Seitdem haben sich die Kreationen der jungen Köchin Diana Burkel, welche ganz wesentlich von der kontrastreichen Vermählung unterschiedlicher Elemente mit deutlicher und verblüffender Akzentuierung leben, deutlich gesteigert. Vor allem handwerklich wirkt alles souveräner als noch vor drei Jahren, aber auch was das Herausarbeiten der Aromen angeht, beweist die Chefin immer mehr Fingerspitzengefühl. Dennoch wird hier weiterhin nicht akkurat konturiert, sondern viel mehr “aus dem Bauch heraus” gekocht, was ja auch viel eher dem gesamten Stil dieses Hauses entspricht.
So wird etwa eine intensive kalte Tomatensuppe von fruchtigem Olivenöl- Eis kontrastreich aufgepeppt, oder erfahren cremige Schafskäseravioli durch fruchtige Melone und knackige Cashewkerne ein durchaus spannnendes Bild haptisch unterschiedlicher Elemente, die hier nicht nur Stilmittel sind, sondern auch geschmacklichen Gewinn bringen. Auch das mit Maiscréme und Korianderöl pfiffig unterfütterte Thunfischtartar war ein schönes Beispiel für die Stärke dieser Küche, die es immer überzeugender schafft, mit vermeintlich einfachen Mitteln verblüffende Akzente zu setzen. So wie auch die vermeintlich nicht harmonisierenden Komponenten Rettich und Himbeere, die mit ätherischer Frische und feinwürziger Frucht das geschmorte und kurzgebratene Spanferkel zum sublimen Gaumenkitzel werden lassen.
Die Kombination einer spannenden Küche zu äußerst zivilen Preisen und einem gleichermaßen fröhlich-locker wie professionell- aufmerksam agierenden Service macht das Würzhaus zu etwas ganz Besonderem."
Gusto 2010 - Das Würzhaus
Veröffentlicht am 19.04.2010

